forum1.5: Impressionen der Herbstveranstaltung „Regionale Wertschöpfungsräume“

Auch die zweite Tagung des forum1.5 „Regionale Wertschöpfungsräume“ am 8. und 9. September 2017 war mit knapp 70 Teilnehmenden ein großer Erfolg. Am Freitag startete die Veranstaltung mit spannenden Vorträgen. Neben den Vorträgen war viel Zeit zum gemeinsamen Austausch und zur Vernetzung der Teilnehmenden gegeben. Am Samstag wurden die Vorträge des Vortages in drei Workshops weiter vertieft und konkrete Visionen für die Region Bayreuth ausgearbeitet.

Der Workshop „Wir gründen eine Regionalwert AG in der Region Bayreuth“ wurde vom Gründer der Freiburger Regionalwert AG Christian Hiß gemeinsam mit Dr. habil. Sabine Hafner der KlimaKom eG geleitet. Ziel einer Regionalwert AG ist es, die Ernährungssouveränität der Bevölkerung in einer bestimmten Region auf ökologischem, nachhaltigem und wirtschaftlich profitablem Weg zu erreichen. In Bezug auf die Gründung einer Bayreuther Regionalwert AG wurden Aspekte wie ein möglicher Produktions- und Absatzmarkt in der Region und potentielle Mitstreiter*innen besprochen. Auch wurde versucht, konkrete Bedürfnisse und Wünsche der Anwesenden herauszuarbeiten und die Rolle des forum1.5 im Prozess zu definieren. Darüber hinaus wurde der ungefähre Ablauf einer Gründung vorgestellt und die nächsten Schritte im Gründungsprozess besprochen.  (Bei Interesse an Mitarbeit, können Sie uns unter stadtregion@uni-bayreuth.de kontaktieren.)

Über „Wege zur regionalen Energieautonomie“ wurde im zweiten Workshop gemeinsam mit Markus Käser, der als Gründungsmitglied der Pfaffenhofener Bürgerenergiegenossenschaft selbst schon vielfältige Erfahrungen sammeln konnte, und Daniela Boß von der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Bayreuth diskutiert. Begonnen wurde der Workshop mit einem inhaltlichen Input in den Themenbereichen Bürgerenergie sowie Energiegewinnung, -bereitstellung und -verteilung. Als aktuelle Blockaden und Hemmnisse, die eine regionale Energieautonomie behindern, wurden beispielsweise die derzeitige Gesetzgebung und die zunehmende Komplexität des rechtlich-politisch-administrativen Rahmens, aufgezeigt. Im Anschluss wurde über mögliche Lösungsansätze beratschlagt: Sowohl eine Besteuerung des CO2-Ausstoßes als auch quartiersbezogene Lösungen oder aber bessere Förderungsoptionen für regionale Energiesysteme wurden vorgeschlagen. Die Rolle des  forum1.5 sahen die Teilnehmenden darin, Arbeitskreise zu relevanten Themen zu ermöglichen und Netzwerke auszubilden.

Was ist „transformative Kommunalpolitik“ und wie kann sie gestaltet werden? Dies war die Frage, mit der sich die Teilnehmenden im dritten Workshop unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Miosga, Dr. Götz Braun, KlimaKom eG, und Sebastian Norck, Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung befasst haben. Impulsvorträge zur Idee der suffizienten Stadt und Gedanken über eine transformative Kommunalpolitik führten in das Thema ein. Im weiteren Verlauf wurden auch in diesem Workshop zunächst Blockaden, die einem politisch gestalteten Wandel für nachhaltige Kommunalentwicklung entgegenstehen, herausgearbeitet. Eine transformative Kommunalpolitik steht vor den Herausforderungen, als zu abstrakt und nicht umsetzbar wahrgenommen und von gewachsenen politischen Strukturen nicht angenommen zu werden. Diese Hemmnisse könnten beispielsweise mit Marketingkampagnen und Positivbeispielen angegangen werden. Die Teilnehmenden sehen die Aufgabe des forum1.5 vor allem darin, Öffentlichkeitsarbeit für eine transformative Kommunalpolitik zu leisten und Wissenslücken in diesem Themenbereich zu schließen.

Die Vortragsfolien und detaillierte Berichte der jeweiligen Workshops finden Sie unter dem folgenden Link:

http://www.forum1punkt5.de/zweites-forum/dokumente/.

Es wurden viele spannende Aspekte diskutiert und Anregungen für die Weiterführung des Forums 1.5 gegeben. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten herzlich bedanken!

 

 

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