Ernährungswende

Die Landwirtschaft trägt in erheblichem Maße zum Klimawandel bei: 30 % des weltweiten Energieverbrauchs und 40 % der weltweiten Treibhausgasemissionen sind auf den Lebensmittelsektor zurückzuführen. Weite Handelswege, Schadstoffeinträge in das Grundwasser, Artensterben und die Profitinteressen einer zunehmen nach finanzwirtschaftlichen Kriterien organisierten Industrie kennzeichnen große Teile der konventionellen Ernährungswirtschaft und verursachen global wie lokal erhebliche Probleme. Während auf der einen Seite 800 Millionen Menschen Hunger leiden, werden gleichzeitig jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Die zunehmende Globalisierung, das Sterben von kleinbäuerlichen Betrieben und eine damit einhergehende Monopolisierung und industrielle Technologisierung der Landwirtschaft stellen weitere Herausforderungen für unser Ernährungssystem dar (I.L.A. Werkstatt 2017: 63).

Diese Probleme zeigen, dass wir dringend eine Agrar- und Ernährungswende brauchen. Überall sprießen Initiativen aus dem Boden, welche alternative Landwirtschafts-, Ernährungs- und Finanzierungskonzepte entwickeln und schon heute am Ernährungssystem der Zukunft arbeiten. Auch in Oberfranken sind diese Initiativen inzwischen zahlreich vertreten und werden deshalb auch vom forum1.5 bei der Arbeit an der Ernährungswende unterstützt und begleitet.


Projekte, die das forum1.5 begleitet:

Die Verbrauchergemeinschaft Hamsterbacke e.V.: Regional, ökologisch, unverpackt und solidarisch – so stellt sich die Hamsterbacke die Lebensmittel-versorgung der Zukunft vor. Dafür eröffnen sie einen nicht-gewinnorientierten Unverpackt-Laden in Bayreuth [Mehr…].

Die Öko-Modellregion Fränkische Schweiz: Das Förderinstrument „Öko-Modellregion“ des Bayerischen Land-wirtschaftsministeriums soll zur Verdopp-lung der regional und ökologisch erzeugten Lebensmittel beitragen. Auch 29 Gemein-den der Fränkischen Schweiz sind seit Sommer 2019 Modellregion. [Mehr…]

Die Regionalwert AG Oberfranken: Bürgeraktienkapital soll in Betriebe entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittel in-vestiert und damit ein Regionalverbund für ökologisch und sozial nachhaltig produzier-te Lebensmittel aufgebaut werden. [Mehr…]

Die Streuobst-Allianz: Einige Behörden, Vereine, Verbände und engagierte Bürger*innen haben sich zusammengeschlossen, um sich landkreisweit für den Erhalt und die Förderung von Streuobstwiesen einzusetzen. [Mehr…]

Ansprechpartnerin:

M.Sc. Julia Marx | julia.marx[at]uni-bayreuth.de